KI-Systeme belastbar evaluieren.

KI-Systeme sind nicht-deterministisch und produzieren Fehlermuster, die klassische Testverfahren nicht fangen. Wir beraten beim Aufbau eines methodischen Evaluationskonzepts für KI-Produkte, modellunabhängig, orientiert an Use Case und Risikoprofil.

Evaluation-Konzept anfragen
Warum KI anders getestet werden muss

Vier Gründe, das Testkonzept neu zu denken.

01

Nicht-Determinismus

Gleicher Input, unterschiedliche Outputs. Klassische Test-Oracle greifen so nicht mehr. KI braucht Bewertung entlang mehrerer Dimensionen, keine exakten Soll-Ist-Vergleiche.

02

KI-spezifische Fehlermuster

Halluzinationen, Verzerrung, Manipulation durch Eingaben. Fehlerklassen, die klassische Softwarequalität so nicht kennt. Jede verlangt eine eigene Testmethodik.

03

Modell-Drift über die Zeit

Was bei Release funktioniert, kann nach Retraining, Datenveränderung oder Anbieter-Update versagen. Einmaliges Testen wird zur kontinuierlichen Evaluation.

04

Belastbares Release-Vertrauen

Stakeholder erwarten begründbare Antworten auf die Frage, ob das System live gehen kann. Ohne strukturierte Evaluation bleibt diese Antwort ein Gefühl.

Fehlerlandkarte

Vier Fehlermodi, die in klassischer Software kein Äquivalent haben.

Halluzination

Antworten klingen überzeugend, sind aber faktisch falsch. Besonders ausgeprägt bei generativen Systemen ohne Rückbindung an verifizierte Quellen.

Systematische Verzerrung

Ergebnisse behandeln bestimmte Gruppen oder Fälle systematisch anders. Oft aus Trainingsdaten übernommen, schwer zu erkennen ohne gezielten Test.

Manipulation durch Eingaben

Geschickt formulierte Eingaben überschreiben das beabsichtigte Verhalten. Relevant überall dort, wo Nutzer das System direkt ansprechen können.

Veraltendes Wissen

Was beim Training galt, stimmt nach Monaten nicht mehr. Fakten, Regularien und Produktdaten verändern sich, das Modell bleibt stehen.

Bausteine

Sechs Bausteine für ein belastbares KI-Testkonzept.

// 01

Evaluation-Dimensionen & Ziele

Was konkret bewertet wird. Accuracy, Groundedness, Toxicity, Fairness, Robustness, Latenz. Die Auswahl orientiert sich an Use Case und Risikoklasse, nicht an einem Standardkatalog.

// 02

Testdatenstrategie

Golden Dataset, Edge Cases, Adversarial Sets, Real-World-Samples. Welche Qualität in welchem Umfang, wie wird der Datenbestand gepflegt und weiterentwickelt.

// 03

Metriken & Schwellwerte

Je Dimension die passende Metrik wählen, die Release-Schwelle festlegen und regeln, was unterhalb dieser Schwelle passiert.

// 04

Fairness & Robustheit

Systematisches Testen auf Verzerrung gegenüber Gruppen oder Kontexten. Stresstests mit ungewöhnlichen und manipulierten Eingaben, Red-Team-Übungen gegen gezielte Angriffe.

// 05

Drift-Monitoring & Re-Evaluation

Kontinuierliche Beobachtung nach Release. Data Drift und Concept Drift. Klare Trigger für Re-Evaluation und Entscheidungen zum Retraining.

// 06

Reporting & Release-Kriterien

Wer trifft die Go-Live-Entscheidung, auf welcher Datengrundlage, mit welchen Ausschlusskriterien. Dokumentation, die auch bei späterer Prüfung trägt.

Methodik-Toolkit

Womit wir arbeiten.

Evaluation-Dimension-Katalog

Pragmatische Auswahl je Use Case und Risikoklasse, nicht aus dem Lehrbuch.

Golden-Dataset-Leitfaden

Aufbau, Pflege und Versionierung belastbarer Referenzdaten.

Fairness-Assessment

Strukturierter Check mit gängigen Metriken, nachvollziehbar dokumentiert.

Red-Team-Prompt-Library

Adversarial-Testfälle für LLM-basierte Anwendungen, praxisnah kuratiert.

Drift-Monitoring-Konzept

Trigger, Metriken und Reaktionspfade für den Betrieb nach Release.

Evaluation-Report

Release-Entscheidungen begründbar dokumentiert, auch für späte Prüfung.

Fragen

Was oft gefragt wird.

Ist KI-Testen dasselbe wie AI Explainability?

Nein. Explainability erklärt, wie ein Modell zu einem Ergebnis kommt. KI-Testen prüft, ob das Ergebnis brauchbar, korrekt und sicher ist. Beides sinnvoll, aber mit unterschiedlichem Zweck.

Brauchen wir Data Scientists im Testteam?

Für die methodische Seite hilft statistisches Denken. Für die Umsetzung reicht oft ein gut angeleitetes Test-Team mit dedizierten Evaluation-Verantwortlichen. Wir unterstützen den Aufbau dieser Kompetenz.

Was unterscheidet das von klassischem Testen?

Klassisches Testen prüft Funktionalität gegen Spezifikation. KI-Testen bewertet entlang mehrerer Dimensionen gleichzeitig, mit Graden und Schwellwerten statt binärem Ergebnis.

Welche Rolle spielt der EU AI Act hier?

Je nach Risikoklasse sind bestimmte Evaluationen Pflicht, etwa Fairness-Assessment bei High-Risk-Systemen. Wir integrieren das Testkonzept mit eurer AIMS-Strategie, siehe auch AI-Compliance.

Wir nutzen ChatGPT, LangChain oder Llama, beeinflusst das euer Vorgehen?

Die methodische Ebene ist modellunabhängig. Spezifische Tooling-Entscheidungen treffen wir im Design der Evaluation-Pipeline, nicht auf Konzeptebene.

KI-Systeme, die Vertrauen verdienen.

Methodisches Testkonzept, definierte Evaluation-Dimensionen, belastbare Release-Kriterien.

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